Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

Freundliche Fragen und Blicke

„Wie geht es dir eigentlich?“ Oft hört sie die Frage. Öfter, als sie sie beantworten mag. Sie tut es dann doch, wieder und wieder.

Dass es schon mal besser ging, sagt sie. Aber dass es noch viel schlechter sein könnte. Und dass sie guter Dinge sei, dass wieder alles wird, wie es sein soll.

Die, die sie fragen, hören aufmerksam zu und schauen sie an, freundlich und sorgenvoll.

Und dann sagen sie oft: „Ich denke viel an dich.“ Und wenn sie fromm und mutig sind, sagen sie auch: „Ich bete für dich.“

So ungern sie auf die Frage, wie es ihr denn geht, antwortet – so gern hört sie diese beiden Sätze.

„Ich denke an dich“ - und sie weiß, sie ist nicht allein mit dem, wie es ihr geht. Die, die sie fragen, wollen mittragen. Und sie weiß: Das hilft. Allein kann sie das nicht tragen.

„Ich bete für dich“ – und sie weiß, das ist den anderen ernst. Und sie selber kann Gott ernst nehmen: Dass auch er, gerade er, mittragen soll und wird, was allein nicht zu tragen ist.

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Sie hört dieses Versprechen und sie glaubt es, sie setzt darauf, dass es wahr ist.

Sie hört ja, was die anderen zu ihr sagen: „Ich bete für dich.“ Sie legen ihr Leben in Gottes Hände. An ihrer Stelle vertrauen sie auf Gott.

Das hilft ihr, selber zu vertrauen. Immer wieder aufs Neue, manchmal gegen Zweifel, oft mit vollem Herzen. Und sie stürzt sich in Gottes Hände, die sie auffangen.

Und sie hört ja, was die anderen ihr auch sagen: „Ich denke an dich.“ Und sie spürt unzählige Hände, die ihr über den Rücken streichen und sie sieht die freundlichen Blicke, die ihr ein Lächeln schenken.

Viele unterschiedliche Gesichter sind es, die sie anschauen. Aber sie sieht in ihnen oft nur ein Gesicht. Wenn andere sie anschauen, ist es ihr immer wieder, als würde Gott sie anschauen. Geduldig und gütig. Mit freundlichen Worten auf den Lippen: „Siehe, ich bin bei dir alle Tage…“

Ihr Pastor Philipp Busch