Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

Liebe alle!

„Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht“, heißt es.

Daran scheint etwas wahr zu sein. Zumindest in Krisenzeiten, wenn einer unsicher wird oder Angst bekommt: „Jetzt muss ich erst einmal an mich selber denken!“, sagt er dann.

Also rennt er in den Supermarkt und räumt einen Stapel Tiefkühlpizza in den Einkaufswagen und sammelt Klopapier für die nächsten Monate und Jahre zusammen.

Eine andere geht zur Sparkasse und zapft aus dem Spender neben dem Geldautomaten das Desinfektionsmittel in ihre mitgebrachten Dosen.

Not macht erfinderisch, Angst eigensinnig. Hilfe muss organisiert werden – für sich selber und für die, die zu einem gehören. Die anderen sollen sich  um sich selber kümmern. Dann kommen alle irgendwie durch.

Aber das ist zum Glück und Gott sei Dank ja nur die eine Seite. Die andere Seite entdeckt in der Not die Gemeinschaft. Was dich allein überfordert und ängstigt, das kannst du mit anderen zusammen tragen.

Das Wohnheim der „Husumer Horizonte“ für beeinträchtige Menschen suchte in dieser Woche Desinfektionsmittel. Auf die Rundmail meldeten Kindergärten ihre Restbestände. Ein Fahrer ging auf die Reise, um die Flaschen einzusammeln.

Im Internet gibt es jetzt reichlich Nähanleitungen, wie man für Menschen, die einem unbekannt sind, dringend benötigte  Mundschutzmasken nähen kann.

Kleine Taten scheinen das nur, aber es sind Heldentaten, die den Alltag in den Zeiten des Coronavirus verändern. Sie setzen ein Zeichen: „Ich sehe nicht nur auf mich“, sagen sie, „ich sehe auch auf den anderen.“

Dafür braucht es keine besonderen Fähigkeiten. Manchmal reicht auch ein Anruf und die einfache Frage: Wie geht es dir eigentlich?

Man kann es nämlich auch so sehen: Dann ist an alle gedacht, wenn jeder an einen anderen denkt.

Herzliche Grüße aus dem Pastorat, Ihre und eure

 Kirsten Hoffmann-Busch & Philipp Busch