Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

"Ich habe den Herrn gesehen"

„Ich habe den Herrn gesehen.“ Maria Magdalena sagt das an jenem Ostermorgen. Sie sagt es zu Petrus und Johannes.

Erst hat sie den Herrn nicht erkannt. Am leeren Grab tritt er aus dem Nichts an sie heran und spricht sie an. „Frau, was weinst du?“ Sie dreht sich zu ihm um und hält ihn für den Gärtner.  Er spricht sie mit ihrem Namen an: „Maria!“ Sie dreht sich noch einmal um und antwortet: „Rabbuni! Mein Meister!“ Jetzt hat sie ihn erkannt.  
  

„Ich habe den Herrn gesehen.“ Petrus und Johannes hören es an jenem Ostermorgen. Von Maria Magdalena.

Eben sind sie noch um die Wette ans Grab gerannt. Aber sie haben dort nichts gefunden. Das Grab war leer. Kein Leichnam. Nur ein Leichentuch. Da sind sie wieder nach Hause gegangen.    Aus nichts können sie nicht auf etwas schließen.
  

„Ich habe den Herrn gesehen.“ Ich höre die Worte heute, an meinem Ostermorgen.

Der Gedanke blitzt auf: Ich will ihn auch sehen. Ich will auch hören, wie er mich bei meinem Namen ruft.  Ich drehe mich um und drehe mich noch einmal um. Was ich finde, ist manchmal nur die Leerstelle: Dort fehlt er.  Was ich fühle, ist mein Sehnen. Seine Hand auf meiner Schulter spüren. Ein freundliches Wort hören.  Ich habe nur das leere Grab und die Worte von Maria und meine Sehnsucht. Aber mit Sehnsucht beginnt Glaube.

„Ich habe den Herrn gesehen.“ Ich sage die Worte heute, an meinem Ostermorgen.

Der Eindruck ist ganz frisch. Da hat er mich angerührt. Da habe ich in sein Angesicht gesehen. Und ich bin aufgestanden und bin losgegangen.  Die Worte klingen in meiner Seele. Er hat mich angesprochen. Er hat freundlich mit mir geredet. Und ich habe die Augen geöffnet und habe mein Leben gesehen – und es war gut, sehr gut sogar.

Ich habe den Herrn gesehen. Er ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

Ihre Pastorin Kirsten Hoffmann-Busch & Pastor Philipp Busch