Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

Vom Staunen und Loben

König David gerät ins Staunen. Der Prophet Nathan steht vor ihm und sagt ihm weiter, was Gott, der Herr HERR ihm gesagt hat. Ein großes Versprechen: Gottes Segen soll auf David liegen und auf seinem Königreich. Wenn es an der Zeit ist, wird sein Sohn an seiner Stelle König werden und auch auf ihm wird Segen liegen.

Also gerät König David ins Loben: „Darum bist du groß, Herr HERR! Denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir nach allem, was wir mit unsern Ohren gehört haben“ (2. Samuel 7,22).

Auch Paul Gerhardt gerät ins Staunen: „Geh aus mein Herz und suche Freud'!“ Er schickt sein Herz auf den Weg. Durch den Garten und zu Narzissen und Tulpen, über Berg, Hügel, Tal und Felder zu Taube und Nachtigall. Das Herz wird weit und staunt. Über Glucke und Storch, Hirsch und Reh, das Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten, die fleißigen Bienen, den emporschießenden Weizen.

Also gerät auch Paul Gerhardt am Ende seines Ganges hinaus ins Leben ins Loben: „... des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.“

Auch ich gerate ins Staunen. Immer mal wieder. Das Kind feiert Geburtstag und ich erinnere mich, wie das war, zwölf Jahre zurück, als es geboren wurde; und ich versuche mir vorzustellen, wie es in weiteren zwölf Jahren sein wird.

Ich übe mich auch im Loben. Tag für Tag suche und frage ich danach: Wofür kann ich heute Gott loben? Ein Gang durch den Frühling, in dem es singt und blüht. Ein Satz in einem Buch, der mich berührt und begleitet. Ein freundliches Wort von einem anderen Menschen, der mit die Seele weit macht.

Am Abend gehe ich noch einmal durch den Tag und suche nach dem Segen, den Gott auf ihn und mein Leben legt. Ich finde ihn, immer wieder. Und gebe ihn Gott zurück: „Gesegnet bist du, Gott, der meinen Tag segnet.“