Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

Vorbereitungen

Martha war wieder einmal ganz in ihrem Element. Mit dem Tuch in der Hand wirbelte sie jede Menge Staub auf. Dass sie dabei dauernd nieste, störte sie nicht. Schließlich musste es sauber werden. Denn er hatte sich zu Besuch angemeldet. Und es dauerte nicht mehr lange, bis er kommen würde. Das machte sie unruhig: Sie hatte noch so viel zu erledigen.

Auch Maria tat, was sie immer tat: Sie suchte sich einen Platz in der Wohnung, an dem sie von der Putzwut ihrer Schwester ungestört blieb. Doch auch dieses Mal verfolgte sie das Getöse des Staubsaugers überall hin. An keinem Ort fand sie die Ruhe, die sie so mochte. Sie hatte sie von ihm gelernt. Und bald würde er wieder kommen. Ihr Herz zersprang fast aus Vorfreude.

Martha wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sie hatte es fast geschafft. Nur noch zwei Fenster musste sie putzen, dann war die Wohnung fertig. Und wie immer hatte sie alles allein machen müssen. Still schimpfte sie auf ihre Schwester, die untätig in ihrem Zimmer saß. Dort war Maria erleichtert, dass der Wirbelwind, den Martha entfacht hatte, langsam abzog. Sie schaute in das leise Licht der Kerze und belächelte ihre Schwester: Sie würde von seinem Besuch wieder nichts mitbekommen, weil sie dauernd in der Küche stand.

Martha schaute zufrieden auf ihr Werk: Er würde staunen, wenn er die Wohnung betrat. Alles blitzte, alles stand am richtigen Ort. Ihr Werk war fast vollkommen. Maria nippte an der Teetasse: Sie freute sich auf seine lächelnden Augen. Sie war neugierig, was er erzählen würde. Sie war bereit.

Da klingelte es. Weihnachten war da. Jesus stand vor der Tür.