Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

Trotz dem!

Am Morgen ist seine Welt noch in Ordnung. Am Nachmittag geht er zum Arzt, um das Ergebnis der Vorsorgeuntersuchung zu erfahren. Als er wieder auf die Straße tritt, ist nichts mehr wie zuvor: Ein halbes Jahr bleibt ihm noch zum Leben.

Es ist, als bebe die Erde, als stürze seine Welt ein. Alle Gewissheiten und jedes Selbstverständnis sind in ihren Grundfesten erschüttert. Alle Hoffnung und aller Glaube stürzen in sich zusammen.

Als sich der Staub des ersten Schocks legt, fängt er an, die Trümmer seiner Gewissheiten und Hoffnungen aufzuräumen. Was kann ihn, sein Leben noch tragen? Worauf kann er noch hoffen?

Ihm fällt die Karte mit seinem Konfirmationsspruch in die Hände. Alte Worte, ein Bibelvers aus dem Jesajabuch: „Berge mögen von ihrer Stelle weichen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu dir kann durch nichts erschüttert werden. Das sage ich, dein Gott, der dich liebt.“

Dass Berge weichen und Hügel wanken, das hat er erlebt, als ihn die Katastrophe trifft und nichts bleibt, wie es ist. Und nun soll er vertrauen, dass Gottes Liebe sich durch nichts erschüttern lässt?

Er will das nicht glauben. Trost ist schwer zu hören, wenn eine Welt eingestürzt ist. Er klingt nach Vertröstung: „Alles wird gut!“ Dabei wird nichts gut werden, kehrt die Gesundheit nicht wieder. So sagen es die Ärzte.

Und doch sehnt er sich danach, trotzdem zu glauben: Darauf zu vertrauen, dass Gott bei ihm ist, in alle dem. Dass Gott seine Gebete hört und ihm Kraft gibt für den Weg, den er gehen muss. Dass bei allem, was in ihm und seinem Leben wankt und zusammenbricht, eines sicher und fest bleibt: Gottes Liebe, die ihn begleitet und begleitet und begleitet…