Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

 

 

Was Weise so glauben - Eine Weihnachtsgeschichte

Die Weisen beladen ihre Kamele. Wasser, Fernrohre, Datteln, Weihrauch. Was sie so brauchen auf dem Weg zum Ende des Sternenschweifes.

„Alles ist möglich!“, sagt der Eine. „Du musst nur daran glauben!“, sagt der Andere. „Ach, ich weiß nicht …“, entgegnet der Dritte, „meint ihr wirklich?“

„Natürlich!“, sagt der Eine, „nach allem, was wir wissen.“ „Das ist alternativlos!“, sagt der Andere. „Aber wenn wir uns irren?“, entgegnet der Dritte, „was machen wir dann?“

Die drei Weisen reiten. Sie reiten ein paar Tage, sie reiten ein paar Wochen.

„Meint ihr nicht, dass wir umdrehen sollten?“, sagt der Dritte. „Das kommt gar nicht in Frage!“, entgegnet der Andere. „Wir sind doch jetzt schon so weit gekommen!“, entgegnet der Eine.

„Aber das hat doch überhaupt keinen Zweck!“, sagt der Dritte, „wir kommen niemals irgendwo an!“ „Immer bist du so negativ!“, entgegnet der Andere. „Du musst positiv sein!“, entgegnet der Eine.

Die Weisen stehen vor dem Palast. Diener führen sie zum König in den Thronsaal. „Das kann gar nicht sein!“, ruft der König. „Es gibt keinen König außer mir!“

„Wie können Sie das sagen?“, fragt der Eine. „Wenn wir es Ihnen doch sagen!“, antwortet der Andere. „Was habe ich euch gesagt?“, meint der Dritte.

Die Weisen steigen erneut auf ihre Kamele. Sie folgen weiter dem Stern. Da, sie erreichen das Ende seines Schweifes. Sie stehen vor einem Stall. Die Tür steht offen, Sie gehen hinein.

„Hier kann es nicht sein!“, sagt der Eine. „Wir haben uns geirrt!“, sagt der Andere. „Das ist merkwürdig!“, entgegnet der Dritte.

Die Weisen stehen im Stall. Sie sehen das Kind, in der Krippe liegen und in Windeln gewickelt.  

Sie hören den Engel: „Das ist der Heiland, der Retter der Welt!“

„Das kann ich nicht glauben!“, entgegnet der Eine. „Wie soll ich das glauben?“, fragt der Andere. „Ich glaube. Hilf meinem Unglauben!“, antwortetet der Dritte.