Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

Rückmeldungen

Beobachtung und Dokumentation

Das Beobachten gehört zu unseren Aufgaben. So können wir Entwicklungsschritte des Kindes festhalten und dokumentieren sowie den Eltern bei der Abholung Besonderheiten mitteilen.

Beobachtungen sind die Grundlage für die situationsorientierten und pädagogischen Angebote sowie Projekte. Sie geben Einblicke in die Stärken und das Lernen des Kindes und sind somit die Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Während dieser Gespräche führen wir ein Ergebnisprotokoll.

Bei Auffälligkeiten der Kinder (z.B. Motorik, Sprache) führen wir zusätzlich ein Beobachtungsprotokoll.

Eine weitere Form der Beobachtungsdokumentation ist das Portfolio (Entwicklungsordner).

Wir erstellen für jedes Kind ein Portfolio, eine ausführliche Lern- und Entwicklungsdokumenta­tion von der Eingewöhnung bis zum Schuleintritt. In das Portfolio fließen Fotos, Bilder, Lern- und Spielgeschichten ein. Der Ordner steht für die Kinder frei zugänglich im Regal. Die Kinder gestalten das Portfolio mit. Diese Methode gibt auch den Kindern selbst eine wichtige Rückmeldung. Es stärkt ihr Selbstwertgefühl und gibt ihnen die Möglichkeit, Fortschritte in ihrer Entwicklung zu sehen.

Auch für unsere Krippenkinder wird ein Portfolio angelegt. Dieses wird beim Wechsel in die Regelgruppen weitergeführt.

Für die jährlichen Entwicklungsgespräche mit den Eltern arbeiten wir mit einer Entwicklungsschnecke, die in sechs Bereiche (soziales Miteinander, Lebenspraxis, Spiel, Bewegung, Sprechen/Hören/Sehen und Denken) farblich aufgeteilt ist.

Somit wird auf einen Blick deutlich, was das Kind schon kann, aber auch, wo es noch Unterstützung braucht.

Die Rolle der Erzieherin

Eine Grundvoraussetzung für unsere Arbeit ist es, Vertrauen zu den Kindern aufzubauen, um ihnen Halt und Sicherheit zu geben. Wir sehen uns in erster Linie als Bezugsperson und Begleiterin der Kinder. Unsere Rolle dabei ist es, die Kinder auf einem bedeutenden Teil ihres Lebensweges zu begleiten, und sie immer wieder in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen. Wir interessieren uns für das Kind und schätzen seine Lebenswelt, welche auch Teil unserer Arbeit ist.

Jede Erzieherin hat verschiedene Stärken und Vorlieben und damit verbundene Aufgaben (z.B. Angebote in den Themenbereichen Sprache, Musik, Kreativität und Bewegung, sowie mathematische, naturwissenschaftliche, technische Grunderfahrungen und Experimente). Diese Angebote, die auch Teil unseres Bildungsauftrages sind, bieten wir den Kindern spielerisch an.

Weitere Aufgaben in unserer Arbeit mit den Kindern sind zum Beispiel, Starthilfe für den Beginn einer Spielhandlung zu geben, den Kindern anspruchsvolle Themen zuzutrauen und sie dafür zu begeistern, Grenzen zu setzen und Hilfe bei der Lösung von Konflikten zu geben.

Im Freispiel sind wir für die Kinder da und stehen als Spielpartnerinnen zur Verfügung. Unsere Aufgabe ist es, Wissen und Werte weiterzugeben und die natürliche Neugierde der Kinder zu unterstützen.

Neben den Kindern ist uns auch die partnerschaftliche Arbeit mit den Eltern wichtig!

Zusammenarbeit im Team und mit den Eltern

1. Zusammenarbeit im Team

Mitarbeiter- und Teambesprechungen finden regelmäßig im wöchentlich Wechsel statt. Diese Besprechungen werden dokumentiert, sodass eine Transparenz besteht.

Der Austausch im Tagesablauf findet täglich statt.

Einmal im Jahr finden Mitarbeitergespräche statt.

Durch die verschiedenen Methoden des Austausches ist eine Teamkultur entstanden.

2. Zusammenarbeit mit den Eltern

Für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sind Offenheit und Wertschätzung eine Voraussetzung.

Durch Elternbriefe und die Begleitung des Kindes entsteht eine Transparenz der Arbeit.

Beim täglichen Bringen und Abholen des Kindes werden positive Rückmeldungen gegeben.

In jeder Gruppe gibt es einen Elternbeirat, der als Vermittler fungiert.

Elterngespräche finden jährlich oder bei beiderseitigem Bedarf statt. Die pädagogischen Fachkräfte sind für Fragen und Kritik offen.

Die Pinnwände und andere Aushänge informieren die Eltern über Veranstaltungen, Ausflüge oder besondere Anlässe.

Beschwerdemanagement

1. Beschweren erwünscht

Beschwerden können in unserer Einrichtung von Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften in Form von Anregungen, Anfragen, Verbesserungsvorschlägen und Kritik ausge­drückt werden.

Bei jeder Beschwerde ist es wichtig, den Inhalt ernst zu nehmen, den Beschwerden nachzugehen und Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten tragbar sind.

Beschwerden sind eine Gelegenheit zur Verbesserung und Entwicklung der Arbeit in unserer Einrichtung. Partizipatorische Rahmenbedingungen sind erforderlich, um Beschwerden nicht als Störung, sondern als Entwicklungschance zu sehen.

2. Beschwerdeverfahren für Kinder

Im Kindergartenalltag können sich die Kinder jederzeit entweder bei den pädagogischen Fachkräften, bei ihren Freunden oder bei den Eltern beschweren.

Die Beschwerden der Kinder werden aufgenommen, eventuell dokumentiert durch den Dialog der pädagogischen Fachkraft mit dem Kind bzw. den Kindern, im Rahmen von Erzählkreisen oder durch die Portfolioordner.

Die Beschwerden der Kinder werden bearbeitet, indem mit ihnen gemeinsam nach Lösungen gesucht wird – ggf. auch in Team- oder Elterngesprächen – und von allen tragbare Kompromisse eingegangen werden.

3. Beschwerdeverfahren für Eltern

Die Eltern können sich bei den pädagogischen Fachkräften, den Elternvertretern als Bindeglied zur Kita, bei Elternabenden beschweren.

Die Beschwerden werden aufgenommen und dokumentiert im direkten Dialog, per Telefon, per Mail, über Beschwerdeformulare, bei Tür- und Angelgesprächen, bei vereinbarten Elterngesprächen, durch Einbringung der Elternvertreter.

Die Beschwerden werden bearbeitet im Dialog auf Augenhöhe, um gemeinsam Lösungen zu finden durch evtl. Weiterleitung an die zuständige Stelle, in Teamgesprächen, mit dem Träger oder auf Elternabenden.

Wichtig für uns ist es, offen für Kritik zu sein und gemeinsam Lösungen zu finden. Daher wird regelmäßig eine Zufriedenheitsbefragung durchgeführt.

4. Beschwerdeverfahren für die pädagogischen Fachkräfte

Die pädagogischen Fachkräfte haben die Möglichkeit, sich über Verhalten anderer pädagogischer Fachkräfte und über Arbeitsbedingungen in Einzelgesprächen, im Team oder mit dem Träger zu beschweren.

Wichtig ist uns, dass dies auf Augenhöhe geschieht und gemeinsam nach Lösungen gesucht wird, die für alle tragbar sind.

Schutz vor Kindeswohlgefährdung

Gemäß § 8a des Sozialgesetzbuches VIII sind wir als Kindertageseinrichtung verpflichtet, den Schutz der uns anvertrauten Kinder vor Kindeswohlgefährdung sicherzustellen.

Dazu gehört es, dass alle pädagogischen Fachkräfte sensibel für das Thema sind, die Kinder gut im Blick haben und bei Verdachtsmomenten sicher reagieren können.

Alle pädagogischen Fachkräfte haben deshalb an einer Fortbildung zum Thema Kindeswohlgefährdung teilgenommen.

Es gibt in unserer Kindertageseinrichtung einen konkreten, einheitlichen Ablaufplan, wie beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung umgegangen wird.

Dabei ist es immer unser Ziel, möglichst zeitnah zusammen mit den Eltern die notwendigen Handlungsschritte abzusprechen, umzusetzen und auszuwerten, um eine mögliche Kindeswohlgefährdung abzuwenden.

Dieser Ablaufplan ist in allen evangelischen Kindertagesstätten in Nordfriesland für die pädagogischen Fachkräfte zugänglich und wurde zusammen mit dem Kinderschutzzentrum Westküste entwickelt.