Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis auf Föhr
... so weit der Himmel ist ...

Kindergartengruppen

Eingewöhnung im Kindergarten

Für das Kind ist der Eintritt in die Kindertagesstätte ein neuer Lebensabschnitt. Im Vordergrund steht der Beziehungsaufbau zwischen dem Kind und der Erzieherin und den Eltern. Daher stellt die Eingewöhnungsphase einen Schlüsselprozess dar und erhält eine besondere Bedeutung. Eine Erzieherin fungiert als Bezugsperson für das Kind.

Jeder Neuanfang bedeutet bei aller Neugier und Vorfreude auch Abschied von Vertrautem. Diese Trennung ist oft mit unterschiedlichen Gefühlen bei Kindern und Eltern verbunden und gerade beim morgendlichen Abschied besonders deutlich spürbar.

Der Eingewöhnungsprozess umfasst die Zeit vom ersten Schnuppertag des Kindes bis zum Abschluss einer gut strukturierten Integration in die Gruppe und in das Kindergartengeschehen.

In dieser Phase haben das Kind und die Eltern die Möglichkeit, mit den Abläufen, Regeln und Ritualen in der Einrichtung vertraut zu werden.

Da das reguläre Kindergartenjahr zum 1. August beginnt, bieten wir interessierten Eltern eine Hinführungsgruppe ab Januar an. Diese Gruppe findet an zwei Nachmittagen für jeweils zwei Stunden statt. In dieser Zeit lernen die Kinder und Eltern unsere Einrichtung und die anderen Kinder kennen. Eine Erzieherin begleitet das Kind durch seine ersten Kindergartennachmittage. Ob und wie lange Eltern anwesend bleiben, wird mit der Erzieherin individuell vereinbart.

Des weiteren bieten wir für unsere zukünftigen Kindergartenkinder im Juni und Juli Schnuppertage an.

Wenn sich ab August die neuen Kinder in der jeweiligen Gruppe eingelebt haben, ist es ein ganz normaler Entwicklungsprozess, dass das Kind sich plötzlich schlecht von den Eltern trennen kann. War der Kindergarten anfangs neu und aufregend, realisieren die Kinder nun, dass sie täglich mehrere Stunden von den Eltern getrennt sind.

Hilfreich sind in solchen Phasen feste Verabschiedungsrituale oder ein Kuscheltier, das im Kindergarten bleibt.

Jedes Kind braucht seine eigene, individuelle Zeit für die Eingewöhnung. Wir stehen den Eltern gerne beratend zur Seite, denn uns ist es wichtig, dass sich jedes Kind bei uns sicher und ge­borgen fühlt.

Unsere Schwerpunkte im Kindergarten

1. Soziale Verhaltensweisen

Im täglichen Miteinander erwerben die Kinder Ich-, Sach- und Sozialkompetenzen.

Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen wird erworben durch das Erkennen eigener Stärken. In ei­ner Atmosphäre der Sicherheit, des Vertrauens und des Angenommenseins kann das Kind sich optimal entwickeln und Lernchancen wahrnehmen. Wir schaffen Möglichkeiten für das Bewusst­machen eigener Bedürfnisse und Interessen und die Vermittlung von Toleranz und christlichen Werten im Umgang mit Menschen unterschiedlicher Herkunft. Durch unseren situationsorientier­ten Ansatz stehen bei uns die Beteiligungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten der Kinder mit an erster Stelle.

Den Kinder stehen zum Spielen übersichtliche Räume zur Verfügung, die vielfältige Aktivitäten ermöglichen (Phantasie- und Rollenspiele, Bau- und Konstruktionsspiele, Basteltisch, Kuschel- / Leseecke).

Spielen ist ein Grundbedürfnis von Kindern und gleichzeitig deren Haupttätigkeit. Das Spiel ist Voraussetzung für die kindliche Entwicklung. Im Spiel sammelt das Kind grundlegende Erfah­rungen und erlebt Gefühle. Unsere Kinder haben täglich ausreichend Zeit und Gelegenheit für ihr Spiel. Bei didaktischen Spielen lernen die Kinder Regeln einzuhalten und Probleme selbst zu lösen. Das Spiel fördert die Konflikt- und Teamfähigkeit und ist Voraussetzung für das spätere Lernen in der Schule.

Um innerlich zufrieden sein zu können, brauchen Kinder die Möglichkeit zu körperlicher Bewe­gung. Lernen hat auch immer mit Bewegung zu tun. Unseren Kindern stehen großzügige Berei­che für Bewegungsangebote zur Verfügung.

Individuelle Bewegungsfähigkeiten werden gefordert und gefördert. Wöchentlich finden gezielte Sportangebote statt, wobei der individuelle Entwicklungsstand des Kindes berücksichtigt wird. Die Kinder erhalten über den gesamten Tagesablauf vielfältige Gelegenheiten zu grob- und feinmotorischen Aktivitäten. Die Kinder nutzen neben den eigenen Bewegungsräumen die Sporthalle und den Sportplatz der Schule sowie den Schulwald.

2. Spielerische Sprachförderung

Die Sprachentwicklung eines Kindes ist abhängig von den Möglichkeiten, die es zum Erkunden seiner Umgebung hat und von der Gesprächsanregung und Förderung durch den Erwachsenen.

Das Kind erlebt im gesamten Tagesablauf zahlreiche Impulse zur Sprachentwicklung. In den Gruppen befinden sich Leseecken. Bilder und das Portfolio der Kinder regen außerdem zu Ge­sprächen an. Dazu bieten wir Bilderbuchbetrachtungen an und lesen vor.

Jedes Kind erhält ausreichend Gelegenheit, sich sprachlich zu äußern. In Gesprächsrunden kön­nen die Kinder Erlebtes wiedergeben, Fragen stellen, ihre Meinung und Ideen frei äußern. Es gibt vereinbarte Gesprächsregeln, wie zuhören und ausreden lassen. Bücher und Lieder berei­chern die Sprache der Kinder und fördern das aktive Zuhören. Des weiteren spielen wir mit den Kindern sprachfördernde Spiele und führen rhythmisch-musikalische Angebote durch. Mit Hilfe von Handpuppen wird das freie Sprechen angeregt.

Für unsere zukünftigen Schulanfänger bieten wir Sprachförderung zur phonologischen Bewusstheit an. Wir arbeiten mit einer von Christiane Christiansen überarbeiteten Version, die sich auf das "Würzburger Programm" stützt und in eine interaktive Geschichte mit der Handpuppe Wuppi verflochten ist.

Da aus unserem Einzugsgebiet viele Kinder friesisch und plattdeutsch sprechen, ergibt es sich ganz von selbst, dass in unseren Gruppen die Kinder in ihrer jeweiligen Muttersprache angespro­chen werden. Die Kinder, die hochdeutsch sprechen, lernen unbewusst und auf natürliche Weise Friesisch und Plattdeutsch im täglichen Miteinander bei Liedern, Fingerspielen und Abzählrei­men.

Wir legen Wert darauf, dass in jeder Gruppe eine pädagogische Fachkraft ist, die Friesisch und Plattdeutsch spricht.

Unser Tagesablauf im Kindergarten

Von 7.30 Uhr bis 9.00 Uhr können die Kinder in unsere Einrichtung gebracht werden. Je nach Tagesplanung haben die Kinder bis 10.00 Uhr Zeit für Freispiel. Im Freispiel können die Kinder den Spielgefährten, das Spielmaterial, die Spielecke oder den Raum (Letzteres in Absprache mit der Erzieherin) selbst wählen. Sie können die Spielart, Spieldauer und Spielintensität selbst bestimmen.

In dieser Zeit finden neben dem Freispiel gezielte Angebote wie Malen, Basteln, Musizieren und Turnen statt. Die Angebote werden spielerisch gestaltet, sodass die Kinder motiviert werden, dar­an teilzunehmen. Wir respektieren die Bedürfnisse und den Willen der Kinder, indem wir ihnen einen angemessenen Rahmen zur Selbst- und Mitbestimmung zugestehen.

Pädagogische Bildungsangebote wie z.B. für die zukünftigen Schulkinder finden in Kleingruppen statt.

Nach dem Freispiel (ca. 10.00 Uhr) wird gemeinsam aufgeräumt und wir treffen uns alle zur Bilderbuchbetrachtung in der Kuschelecke. Bei Bedarf wird die Gruppe altersgerecht aufgeteilt, weil dann intensiver gearbeitet werden kann. Auch singen wir in dieser Zeit und bieten Fingerspiele an. Unsere Aktivitäten stimmen wir je nach Situation und unserem jeweils laufenden Projekt ab.

Danach frühstücken wir gemeinsam an kleinen Tischen, um eine angenehme Essatmosphäre zu schaffen und um Tischsitten kennenzulernen und einzuhalten. Vor jedem Frühstück wird gebetet und Gott für die Speisen gedankt. Wir legen Wert darauf, dass die Kinder ein gesundes Frühstück mitbringen, und wir achten darauf, dass sie ihre Kompetenzen im selbstständigen Essen stetig weiterentwickeln.

Ein gemeinsames Frühstück ist uns wichtig, da sich zusammen bei Tisch viele schöne, interessante Gespräche entwickeln.

Nach dem Frühstück findet das Spielen im Freien statt. Uns ist es wichtig, dass die Kinder einmal am Vormittag die Gelegenheit haben, draußen zu spielen. Dazu stehen ihnen unser großzügiges Außengelände und der Schulwald zur Verfügung.

Zwischen 11.30 Uhr und 13.00 Uhr können die Kinder abgeholt werden.

Während des gesamten Vormittages offenbaren sich uns die sozialen Kompetenzen der einzelnen Kinder im Gruppengeschehen und der jeweilige Entwicklungsstand. Auf Stärken und Schwächen der Kinder kann so frühzeitig eingegangen werden.